Musikverein Bassersdorf auf dem Weg zur Auflösung

Auch der MVB musste im März aus den bekannten Gründen seine Vereinstätigkeit einstellen und alle Auftritte bis und mit Bundesfeiern absagen. Dank der erfolgten Lockerungen konnten wir mit einem Schutzkonzept den Probenbetrieb am 11. Juni wieder aufnehmen und am 29. Juni endlich die verschobene Generalversammlung durchführen. An dieser beschäftigten wir uns intensiv mit der aktuellen Lage des Vereins und seinen Zukunftsperspektiven, was schliesslich in einem schwerwiegenden Entscheid resultierte: der Vereinsbetrieb wird auf eine mittelfristige Vereinsauflösung ausgerichtet.

Die Gründe dafür sind die in den letzten Jahren laufend erfolgten Austritte teils langjähriger und vereinstragender Mitglieder und die enormen Schwierigkeiten, neue Mitglieder zu finden. Dadurch wird zunehmend die Spielfähigkeit beeinträchtigt, indem einzelne lnstrumente nur noch dünn oder gar nicht mehr besetzt sind. Grössere Konzerte können wir nur noch durch den Zuzug zahlreicher Aushilfen in ansprechender Qualität auf die Bühne bringen. Ohne diese Verstärkung ist uns ein musikalisch und auch optisch vertretbarer Auftritt, der unseren eigenen Ansprüchen genügt, nicht mehr möglich. Wegen der kleinen Mitgliederzahl ist es auch immer schwieriger, genügend Leute für die Vereinsfunktionen und für Arbeitseinsätze bei Anlässen zu finden. Wir sehen leider keine realistische Möglichkeit und es fehlt uns auch die Kraft, uns aus dieser Negativspirale zu befreien.

ln dieser Situation, welche alle Mitglieder emotional sehr trifft und beschäftigt, geht es uns nun darum, ein Auseinanderfallen des Vereis zu vermeiden und ihm nach 90-jähriger Geschichte ein würdiges Ende zu ermöglichen. Dies wollen wir erreichen, indem wir die Auflösung sauber vorbereiten und durchführen. Auf der musikalischen Seite setzen wir uns das Ziel, voraussichtlich nächsten Frühling ein grosses Abschlusskonzert zu geben. Wenn es die Corona-Situation erlaubt, werden wir aber dieses aussergewöhnliche Jahr am 5. Dezember mit einem Konzert abschliessen. Für die weiteren Schritte wurde eine spezielle Arbeitsgruppe gebildet, welche die umfangreichen Arbeiten für die Auflösung an die Hand nehmen wird. Das Vereinspräsidium geht von Sandra Roman über zu Corinne Brunner, welche dem Verein bereits während sechs Jahren vorstand. Da dieser Entscheid ganz frisch ist, steht momentan noch nichts Konkretes fest, die Arbeiten beginnen erst. Wir werden die interessierten Kreise und die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit weiter informieren.